Moon and Stars

Aktualisiert: 17. Feb 2020

Der Schein trügt. Manchmal. Oft. Allzu oft. Für die meisten kam mein Burnout unerwartet. Aus dem heiteren Himmel. Ich hatte den Ruf, alles im Griff zu haben. Grosse Belastungen locker wegzustecken. An Herausforderungen zu wachsen. Diese zu brauchen, um glücklich zu sein. In der Öffentlichkeit strahlte ich Sicherheit und Zufriedenheit aus. Inspirierte andere, hart zu arbeiten. Mit dem Erreichten nie zufrieden zu sein. Grenzen zu verschieben. Zu überschreiten. Ich wollte den Unterschied machen. Ich schien hell zu strahlen. Viele liessen sich davon blenden. Ich war längst erloschen.



Mit Sternen verhält es sich ähnlich. Sie mögen erloschen sein. Dennoch erleuchtet uns ihr Schein noch lange. Vom Moment, in dem der letzte Strahl einen Stern verlässt, bis zur Sekunde, in der dieser unser Auge erreicht, vergehen Jahre. Bedeutet: Die Tatsache, dass du angeschienen wirst, lässt keine Folgerung zu, dass die Quelle noch strahlt. Vielleicht tat sie es nie. Wie der Mond. In den vergangenen Monaten war dieser oft eine eindrückliche Erscheinung. Hell und gross. Riesig. Wunderschön. Er machte die Nacht mehrmals zum Tag. Beinahe. Aber strahlte er? Nein. Ausser da zu sein, trug er wenig zu diesem Spektakel bei. Er liess sich von der grossen, starken Sonne und ihren Strahlen berieseln.


Ich bin überzeugt, dass wir alle Sterne sind. Dass wir strahlen. Zumindest strahlten, als wir noch Kinder waren. Über die Augen finden die Strahlen ihren Weg nach aussen. In Form eines Leuchtens, welches mich so sehr fasziniert. Mich in Bann zieht. Kaum loslässt. Unser Auftreten ist oft einstudiert. Wir wissen, wie wir wirken wollen. Welche Mimik und Gestik dazugehört. Wir "faken" ein Strahlen. Das Umfeld nimmt es mit offenen Armen an. Oft bleiben die Augen aber matt. Wir erloschen. Oft glauben wir, dass wir eine grosse, starke Quelle brauchen, die uns erstrahlen lässt. Wir geben die Verantwortung, glücklich zu sein, gerne ab. Spielen Mond. Anders als bei Sternen ist unser Erlöschen nicht endgültig. Ich will mein Feuer wieder entfachen. Will mich nicht mehr blenden lassen. Will hinter die Mauern sehen. Die Quelle betrachten. Nicht den Schein. Ohne dabei zu werten. Ohne zu urteilen. Ich will andere hinter meine Mauern sehen lassen. Schutzlos. Im Vertrauen. Dafür bin ich jetzt stark genug.


Viele sind dadurch masslos überfordert. Sie kommen mit so wenig Filter nicht klar. Unsere Gesellschaft hat sich allzu sehr an Mauern und deren Erscheinungsbild gewöhnt. Wer beim Mauerfall dabei ist, sich darauf einlässt, wird es aber nicht bereuen. Davon bin ich überzeugt.


🚴‍♂️/📷 @ruedibeck

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